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Seite 1 von 4 Die romanische Stiftskirche ist im 12. und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstanden. Die schriftlichen Überlieferungen sind spärlich. Ein Ablass, der 1099 bewilligt wurde, steht wohl mit der Vorbereitung des Neubaues in Zusammenhang. Die große Feuersbrunst von 1234 hat auch an der Kirche Instandsetzungsmaßnahmen notwendig gemacht. Das Memorienbuch des Stiftes verzeichnet, dass der Hildesheimer Kanonikus Rodolfus wesentlich zum Bau der Kirche beigetragen habe. 1254 wurden die wiederhergestellten Stiftsgebäude geweiht. Man hat neuerdings mit Recht vermutet, dass Reste der Vorgängerbauten bei dem Neubau des 12. Jahrhunderts benutzt wurden.
| Das lässt sich durch Bauuntersuchungen (z. B. der Kämpferprofile an Säulen und Pfeilern) und Grabungen vielleicht einmal mit Sicherheit feststellen, so dass wir auch über die früheren Anlagen Aufschlüsse erhalten. Die späteren Änderungen sind nicht bedeutend. Am auffälligsten sind zwei Einbauten des 15. Jahrhunderts im Querschiff, des Damenchores im Südflügel und eines Erdgeschoßgewölbes im Nordflügel. Ende des 17. Jahrhunderts ist der Turm nach mehreren Blitzschlägen wiederhergestellt worden. 1842 erfolgte eine Instandsetzung und zu Anfang unseres Jahrhunderts eine umfassende Restaurierung.
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Äußeres
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| Die Kirche kommt besonders auf ihrer Nordseite, an der sie von Umbauung frei ist, prachtvoll als einheitlich romanischer Bau zur Wirkung. Die etwa 48 m lange Anlage auf kreuzförmigem Grundriss beginnt im Westen mit einem querrechteckigen Turmbau in voller Breite des anschließenden Langhauses, das basilikal abgestuft ist, | wird aufgefangen von dem ausladenden Querschiff und endet im Osten mit einem Chorquadrat und halbrunder Apsis, unter denen sich eine Krypta befindet. Nur der Westturm und die Apsis sind durch Quaderwerk ausgezeichnet, alle übrigen Bauteile haben verputztes Bruchsteinmauerwerk.
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Der Turm beherrscht die Kirche, ein geschlossener Querbau, wie er in Niedersachsen beliebt ist, ohne jede Vertikalgliederung, schwer und breit mit abgewalmtem Satteldach, dem nur der Dachreiter einen Vertikalakzent gibt. Das Erdgeschoß enthält die Vorhalle zum Gotteshaus, dreigeteilt durch schwere Wandpfeiler und Gurtbögen, mit Gratgewölben auf Ecksäulen, die dem gedrungenen Raum eine zurückhaltende Festlichkeit geben. In dem tiefen Türbogen zur Kirche ist bei der letzten Restaurierung ein romanisches Tympanon angebracht worden, dessen ursprünglicher Bestimmungsort nicht bekannt ist (es befand sich zuletzt am Ostflügel des Stiftes). In flachem Relief ist das Brustbild Christi dargestellt, so altertümlich primitiv wie die umgebende Palmettenranke, aber wohl nicht älter als diese romanische Kirche mit ihren wenigen und ähnlich primitiven Schmuckformen. Das Geschoss darüber enthielt ursprünglich die Damenempore, vom Kloster durch eine noch sichtbare Bogentür zugänglich, zum Mittelschiff durch einen jetzt vermauerten Bogen offen. Der Raum war dreigeteilt wie das Erdgeschoß; aber
| Gliederung und Decke sind zerstört und nicht wiederhergestellt worden, weil der Raum nach Verlegung des Damenchores Bestimmung und Nutzung verloren hatte. Die Obergeschosse sind nach dem Brand von 1234 erneuert worden, so schlicht und konservativ in den Formen (vielleicht unter Benutzung alter Säulchen in den Schallöffnungen?), daß die spätere Entstehungszeit lediglich durch das unregelmäßige Mauerwerk und die kleinen Kreisöffnungen über den Doppelarkaden, die an Maßwerk erinnern, erkennbar wird. Dass ursprünglich ein freies Turmpaar über dem Querbau geplant war, wie man vermutet hat, ist hier wie bei der Stiftskirche im benachbarten Obernkirchen unwahrscheinlich, weil die Seitenräume in den Untergeschossen nicht quadratisch sind. Der Turmbau ist von Grund auf später hochgeführt worden als das Langhaus und war ursprünglich nicht in dessen voller Breite geplant. Vielleicht war ein quadratischer Mittelturm, wie ihn die Damenstiftskirche in Kemnade hatte, vorhanden oder für den Neubau vorgesehen?
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| Der große abgestufte Baukörper des Langhauses hat schlichte verputzte Bruchsteinwände, die nur durch die gleichmäßigen Fensterreihen gegliedert sind. Lediglich das Portal am nördlichen Seitenschiff ist betont, ein "Sockelumlaufportal", wie sie im 12. Jahrhundert in Deutschland beliebt waren, aber rechteckig geschlossen und | vielleicht später verändert. Innen hat es sicher noch die ursprüngliche Form des 12. Jahrhunderts, den Portalen der Krypta entsprechend. Und dem Nordportal der Krypta entspricht auch der Eingang am südlichen Seitenschiff vom Kreuzgang aus mit seinen flachen Rosetten in vertieftem Bogenfeld.
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