Stiftsgebäude PDF Drucken

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Im Schutz der Kirche, auf ihrer sonnigen Südseite, schließen sich die Stiftsgebäude um den Kreuzgang, den stillen Bezirk des Friedens unmittelbar am Gotteshaus. Der bewahrende Geist, der auch dem Kirchenbau sein einheitliches Gepräge gegeben hat, zeigt sich hier besonders deutlich: die gotischen Arkaden des Kreuzgangs mit ihrem harten scharfen Maßwerk rohen auf romanischen Säulchen mit Würfelkapitellen. Man hat beim Neubau, der um 1300, lange nach dem Brand der romanischen Gebäude, unternommen wurde, die Säulchen des alten Kreuzgangs wiederverwendet, sorgsam geordnet in den westlichen Teilen nur einfache Würfelkapitelle, im Osten ornamentierte; nur an zwei Stellen stehen gotische Achtecksäulen. So bleibt auch hier, trotz der späten Entstehungszeit, der romanische Geist wirksam. Die Gebäude um den Kreuzgang sind
mehrfach erneuert worden, der Westflügel mit dem Dormitorium im 15. Jahrhundert, das Obergeschoß des westlichen Kreuzgangs 1586, der Südflügel, der den Remter enthielt, im 16. oder frühen 17. Jahrhundert, der Ostflügel 1846. Das Äbtissinnenhaus, ein stattlicher, 1784/85 entstandener Fachwerkbau, steht gesondert zwischen Stift und Wirtschaftshof. Von den zahlreichen Einzelgebäuden und Anbauten, die den geschlossenen Komplex umgaben, sind manche verschwunden, so ein Rechteckbau südöstlich vom Chor der Kirche, der auf einem alten Plan als "Alte Kapelle" bezeichnet ist. Aber noch heute sind viele Wohn- und Wirtschaftsgebäude des 18. und 19. Jahrhunderts erhalten und lassen den großen, tausendjährigen Stiftsbezirk mit Gärten, Ställen und Scheunen lebendig in die ländliche Umgebung übergehen.